Freitag, 26. August 2016

Bodensee - Königssee

Lindau - Füssen - Bad Tölz - Traunstein  -  Bad Reichenhall
Die Logos (links oben) sind
unterwegs auf den Rad-
schildern nur schlecht
zu erkennen

467 km   -   4070 hm


Der August kündigt Sommerwetter an. Wir haben noch Zeit - was also hält uns davon ab, den Bodensee-Königssee-Radweg endlich einmal unter die Reifen zu nehmen? Den hatten wir schon länger auf unserer To-do-Liste!  

Kurz entschlossen machen wir uns auf den Weg. Mit dem Zug geht es von Tübingen aus ans Schwäbische Meer, Lindau ist dort unser Startpunkt. Der Bodenseeradweg ist ja weitgehend flach, doch unsere gewählte Route führt uns lange und stetig bergan. Wie gut, dass wir von unserer Osteuropatour noch etwas Kondition haben!


Tübingen

Startpunkt Lindau

Doch es gibt natürlich immer wieder auch tolle Abfahrten, so z.B. nach Oberstaufen oder später auch von Oy-Mittelberg nach Nesselwang. Kurz nach Füssen staunen wir nicht schlecht über die Menschenmassen, die sich rund um die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein eingefunden haben. Auf den Straßen stauen sich Blechlawinen, nur um endlich einen freien Parkplatz ergattern zu können. Wie gut, dass wir hier auf dem Radweg recht zügig vorbei fahren können!

Gute Aussicht

Schloss Neuschwanstein

Das Voralpenland bietet Landschaftsidylle pur: tolle Berge, sattgrüne Wiesen und wunderbare Seen sorgen dafür, dass wir uns kaum daran sattsehen können. Dazu noch viel Sonne. Doch die Alpenrandlage hat in diesen Tagen auch einen Nachteil. Das Wetter kommt aus östlichen Richtungen und hat deshalb zur Folge, dass die Wolken gegen die Berggipfel gedrückt werden, nicht darüber hinweg kommen und deshalb ihren Inhalt hier abregnen lassen. Vor allem abends oder nachts haben wir öfters Gewitter oder Regenschauer.

Idylle

Tegernsee

Tagsüber radeln wir jedoch meist bei bestem Wetter, vorbei an Tegernsee, Schliersee bis zum Chiemsee. Wir wissen jetzt, wo das Adelholzener Mineralwasser abgefüllt wird und natürlich auch, wo es schöne Biergärten für abgekämpfte Radfahrer gibt. Doch eines wissen wir (noch) nicht, nämlich wie es am Königssee aussieht. Denn am letzten Tag, wir hatten uns die "Königsetappe" von Bad Reichenhall zum Ziel bei Schönau für den Sonntag vorgenommen, macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Bereits am Samstagabend setzt heftiger Regen ein, der die ganze Nacht anhält. Am Morgen ist unser Zelt klatschnass, die Berge liegen im Nebel, es sieht trist aus.

Noch ist es sonnig

Was tun? Weiter radeln oder hier abbrechen? Kurz vor dem Ziel? Wir wollen den Königssee bei gutem Wetter sehen - deshalb werden wir irgendwann noch einmal hierher kommen. Für dieses Mal beenden wir die Tour in Bad Reichenhall und blicken auf einen schönen Kurztrip zurück.

Hier noch ein paar Impressionen:

Schloss Syrgenstein

"Bridgeless" Bachquerung

Bad Tölz

Original oder Fälschung?

Voralpenarchitektur

Standpunkt mit Aussicht

Er ist mit motorisiertem Trike unterwegs

Die Alpen immer im Blick

Donnerstag, 4. August 2016

Wir radeln weiter...

30.07.  -  02.08.2016
Berlin  -  Leipzig                                               3.136 km

Eigentlich wäre Berlin der Endpunkt unserer diesjährigen Radreise gewesen, aber weil wir ja die Strecke Posen - Berlin wegen der Probleme mit der Fahrradschaltung mit dem Zug fuhren, wollten wir noch ein paar Kilometer dran hängen. Vielleicht zog es uns auch einfach noch nicht so schnell nach Hause?
Spreefahrt im Regierungsviertel
Oberbaumbrücke

Veloträume im Regierungsviertel

Auf jeden Fall machten wir uns also nach einem Sightseeingtag in der Hauptstadt auf den Weg in Richtung Leipzig. Es gibt sogar einen offiziellen und meist auch sehr gut ausgeschilderten Radweg. In Berlin beginnt er am Brandenburger Tor und ist bis zur Stadtgrenze identisch mit dem Mauerradweg.

In der Stadt sind wir meist auf guten Radwegen und Schutzstreifen unterwegs und auch nach Verlassen Berlins führt die Route oft auf sehr guten Radwegen oder über verkehrsarme Landstraßen. Besonders erstaunt waren wir über die Region Jüterbog. Dort treffen wir auf die Flaeming-Skate, das ist ein Wegesystem, das speziell für Inlineskater konzipiert wurde. Aber auch Radfahrer dürfen diese Anlage nutzen. Mit einer Länge von ca. 230 km handelt es sich dabei um die längste zusammenhängende Strecke dieser Art in Europa. Auf feinstem Asphalt rollen auch wir hier sicherlich 30 km oder mehr.

Mellensee

Radweg

Interessantes zum Winterweizen

Die Strecke selbst gefällt uns sehr gut, nur die Versorgung mit Lebensmitteln oder eventuell auch mit Unterkünften dürfte etwas besser sein. Wenn man nämlich sonntags unterwegs ist und die (wenigen) Läden geschlossen haben, wird es mancherorts schwierig, Hunger oder Durst zu stillen. Wie gut, dass wir unser Zelt dabei haben!


Lutherstadt Wittenberg

Wasserschloss Reinharz

Die Lutherstadt Wittenberg bietet natürlich auch am Wochenende genügend Erfrischungsmöglichkeiten. Und jede Menge Fotomotive. Doch für eine Übernachtung ist es uns noch zu früh am Tag, wir radeln weiter. Ursprünglich wollten wir einen Campingplatz ansteuern, aber letztlich gönnen wir uns ein Hotel in Bad Düben. Hier treffen wir drei Radfahrer aus Apolda, die in nördlicher Richtung auf dem Radweg Berlin - Leipzig unterwegs sind. Bis spät am Abend tauschen wir viele Anekdoten und Erlebnisse aus.


Mary mit den drei Jungs aus Apolda


Am nächsten Tag, unserem letzten Radeltag, regnet es! Da sind wir zwei Monate (fast) ohne Regen unterwegs und ausgerechnet heute ist es nass. Aber vielleicht muss man ja wenigstens einen Regentag bei einer Radreise mitmachen? Egal. Kurz vor Leipzig hörte der Regen auf und wir konnten uns die Stadt sogar trocken anschauen.

J.S. Bach vor der Thomaskirche

Neues Rathaus Leipzig

Inzwischen sind wir wieder zu Hause angekommen, die Waschmaschine läuft bereits und wir versuchen, uns wieder in den Alltag einzugliedern. Aber die nächste Radreiseüberlegungen sind schon im Kopf...

Samstag, 30. Juli 2016

Vorzeitiges Ende unserer Radreise?

Es hat sich schon längere Zeit angebahnt. Eigentlich seit Litauen. Zuerst kaum merklich, langsam dann jedoch immer stärker. Die Schaltung an meinem Rad zickte. Ausgerechnet die renommierte Rohloff-Schaltung, auf die ich nie etwas kommen ließ!

Meine Rohloff Speedhub
Aber nun gingen einzelne Gänge schwerer, manchmal ließ sich ein Gang fast gar nicht einlegen. Als es schlimmer wurde, schraubte Pit die Abdeckplatte ab, um noch einmal nachzuschauen, ob ein Grund für die Schwergängigkeit ersichtlich wäre. Aber es schien alles okay zu sein.

Dennoch blieb die Schaltung schwergängig, es wurde sogar noch schlimmer. Manchmal klappte ein Gangwechsel erst nach diversen Versuchen - nicht so toll, wenn man wegen eines Anstiegs mal eben zurück schalten will...

Mittwoch, 27. Juli 2016

Polen ist groß

18.07.  -  27.07.2016
Litauen - Masuren - Włozławek - Posen                         2.812 km

Polen ist echt ein großes Land, das merkt man natürlich um so mehr, wenn man es mit dem Fahrrad bereist. Zuerst waren wir ja von Tschechien aus über Auschwitz, Krakau, Tschenstochau, Lodz und Warschau nach Weißrussland geradelt. Und seit wir Litauen verlassen haben, führt unsere Route wieder durch dieses Land.

Wieder in Polen

Sonntag, 17. Juli 2016

Good bye Lenin - hello EU

10.07. - 17.07.2016
Minsk  -  Medininkai  -  Vilnius  -  Meteliei                                  2.224 km
Kirche Medininkai

Tschüß Belarus! Hallo Medininkai! So hätte dieser Beitrag auch betitelt werden können. Denn mit Medininkai verbindet uns viel. In den Neunziger Jahren gab es eine private Initiative von Mitbürgern unserer Gemeinde, um diesem bettelarmen litauischen Dorf, das direkt an der Grenze zu Weißrussland liegt, zu helfen. 

Wir waren damals auch aktiv und zwei Mädchen wohnten im Rahmen eines Schüleraustauschs im Jahr 2000 bei uns. Aber wir waren nie in Medininkai und hatten den Kontakt nach Beendigung der Hilfsaktionen inzwischen verloren. Nun wollten wir es endlich nachholen und das Dorf anschauen. 

Von Minsk aus schrieben wir eine Mail an Alona, "unsere" damalige Schülerin und auch an Ira, die Deutschlehrerin. Beide antworteten und luden uns ein, nach Medininkai zu kommen. Trotz des inzwischen aufgekommenen Regens verbrachten wir zwei wunderschöne Tage bei Alona, die mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einem Neubau auf einem riesigen Grundstück wohnt. Vielen Dank, Alona, Jura und auch an Ira - ihr seid tolle Gastgeber! 





Samstag, 9. Juli 2016

Über den Dächern von Minsk

05.07.  -  09.07.2016
Bereza  -  Minsk                                                   1.831 km

In der zehnten Etage eines Hochhauses im Minsker Westen schweift der Blick weit über die Stadt. Hier im Stadtteil Frinskenski bewohnen wir für zwei Tage ein modernes Appartement, das uns mit vielen Annehmlichkeiten wie z.B. Balkon, gut ausgestatteter Küche oder einer Waschmaschine den Aufenthalt sehr bequem macht.

Velotraum in der Küche

Montag, 4. Juli 2016

Ich wär so gerne Millionär...

01.07. - 04.07.2016
Biala Podlaska  -  Bereza                              1.504 km


... das ist in diesem Land nicht schwer! Noch, muss man sagen, denn pünktlich mit unserer Einreise nach Weißrussland gibt es hier eine Währungsreform. Vom weìßrussischen Rubel (BYR) werden sage und schreibe vier Stellen gestrichen! Und es gibt neue Geldscheine und außerdem auch Münzen (seither nur Scheine). Bis zum Jahresende sollen beide "Währungen" gültig bleiben.

Wir waren gespannt, wie das in der Realität aussehen würde. Der erste Bankomat machte uns gleich mal zum Millionär: wir wiesen ihn an, uns 200 BYR auszugeben - wir erhielten 2.000.000 BYR. Das sind übrigens etwa 90 EUR.

Monopoly-Scheine?

Donnerstag, 30. Juni 2016

Begegnungen

28.06. - 30.06.3016
Warschau - Biala Podlaska                            1.304 km

"Have a good trip!" ruft der junge Mann zum Abschied. Er hatte uns radeln gesehen und ist ein paar Minuten neben uns her gefahren. Dabei haben wir uns durch das Autofenster unterhalten und so erfahren, dass er vor zwei Jahren von Polen nach Jerusalem geradelt ist. Respekt!

Blumenwiese

Montag, 27. Juni 2016

Theeeoooo, wir fahr'n nach Lodz

23.6. - 27.6.2016
Tschenstochau - Lodz - Warschau                        1.123 km

Dieser Song geht uns durch den Kopf, als wir in Richtung Lodz unterwegs sind.

Idyllischer See

Samstag, 25. Juni 2016

Krakau und Co.

17.6. - 22.6.2016
Auschwitz - Krakau - Tschenstochau                       834 km

"Geht um Mitternacht in Krakau spazieren, lasst die Stadt zu dieser späten Stunde auf euch wirken. Sie hat dann einen ganz besonderen Charme, wenn die Tagestouristen weg sind." Diesen Rat gab uns der freundliche Zimmervermieter in Auschwitz, als wir uns von ihm verabschiedeten.

Die Weichsel